Merkmale der beiden Schulformen nach der Orientierungsphase am Schulzentrum Diez
1. Die Realschule
Die Ausbildung an der Realschule ist in besonderem Maße an den „Realien“, an den praktischen
Anforderungen einer Lehre oder einer Fachoberschule orientiert. In Mathematik zum
Beispiel werden weniger abstrakt-theoretische Abhandlungen und Beweise gelehrt, als vielmehr
praktisch-anwendungsorientierte mathematische Verfahren.
Sie wird eher von praktisch begabten Schülerinnen und Schülern besucht und vermittelt eine
solide, erweiterte allgemeine Bildung. In der Realschule ist die Führung und Anleitung durch
die Lehrkräfte intensiver und konkreter als am Gymnasium. Der Lernstoff wird in kleineren
„Portionen“ dargeboten. Der Schüler wird deutlicher als im Gymnasium „an die Hand genommen“,
aber auch praxis- und berufsbezogener unterrichtet.
Ein Übergang zum Gymnasium ist auch nach der 7. und 8. Klasse (Französisch wählen!) bei
entsprechenden Leistungen auf Empfehlung der Realschule möglich. Mit dem Realschulabschluss
nach der 10. können die Abgänger einen berufsqualifizierenden Bildungsweg (z.B.
Lehre, Berufsoberschule mit Abschluss Fachabitur) wählen, als auch weiter zu den Gymnasien
gehen, um mit dem Abitur oder Fachabitur ein Studium an einer Hoch- oder Fachhochschule
aufzunehmen. Der Übergang zu den Gymnasien ist von den Noten abhängig („Qualifizierter
Sekundarabschluss I“, Empfehlung der Schule). Für den Übergang zur 11. Jahrgangsstufe
des Sophie-Hedwig-Gymnasium muss in der 7. Klassenstufe Französisch als 2.
Fremdsprache bis zur 10. gewählt werden (Französisch für Anfänger wird dort nicht angeboten im
Gegensatz zum Wirtschaftsgymnasium z.B., wo Schüler die 2. Fremdsprache aufholen können).
Prinzipiell steht Realschülern also jeder Weg offen.
2. Das Gymnasium
Der Abschluss des Sophie-Hedwig-Gymnasiums, die Allgemeine Hochschulreife (Abitur),
wird nach 12,5 Jahren vergeben (11-13 = Sekundarstufe II) und soll zum Studium befähigen.
Zur Absicherung der allgemeinen Studierfähigkeit werden entsprechende Anforderungen
gestellt: a) deutlich ausgeprägter Lernwille, b) methodische Gewandtheit, c) abstraktes
Denken, d) vielfältige Begabung und Kreativität, e) Selbständigkeit bei der Aufbereitung von
Information, f) Bereitschaft und Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit anderen (soziale Kompetenz).
Die 2. Fremdsprache ist obligatorisch, eine dritte gewünscht. Der Realschulabschluss
kann auf dem Gymnasium ebenfalls erlangt werden (Versetzung in die Oberstufe = Sekundarabschluss
I = Fachoberschulreife). Mit der Versetzung in die Jahrgangsstufe 12 plus einer
2-jährigen Berufsausbildung oder einem 1-jährigem Praktikum wird die Fachhochschulreife
zuerkannt.
Das Gymnasium vermittelt ein breites Fundament an Allgemeinbildung. Gymnasiasten
müssen stärker als andere Schüler erkennen, was jeweils in den Fächern erledigt und was
an Informationen beschafft werden muss. Sie müssen selbst Lerntechniken entwickeln und
erlernte Techniken anwenden. Das Lernen vollzieht sich in größeren Schritten. Schwächen
in Deutsch schlagen in den verschiedenen Fächern stärker durch als z.B. in Mathematik, weil
überall Texte verfasst und verstanden werden müssen. Das Lernen vollzieht sich in größeren
Schritten. Wer auf häufige Erklärungen und permanente Betreuung angewiesen ist, wird es
deutlich schwerer haben.
"Den Weg vom Leichteren zum Schwereren erfolgreich zu gehen stärkt das
Selbstvertrauen. Schon am Anfang am Schwereren zu scheitern, schwächt es."
aus: Welche Schule ist die richtige für mein Kind?, www.familienhandbuch.de, verändert
